„Das Wort ergreifen,   
heisst immer auch handeln.“
Siegfried Lenz

besuchen, begegnen und informieren

Hier finden Sie alle aktuellen Informationen rund um die Geschehnisse in der Mahn- und Gedenkstätte.
Unter “Aktuelles” werden sie mit Meldungen zu Öffnungen an Feiertagen, Projekten, pädagogischen Materialien, Veröffentlichungen, Begegnungen und vieles mehr versorgt. Wenn sie wissen möchten, was sie bei einem Besuch an laufenden oder kommenden Ausstellungen erwartet, sowie Termine zu Führungen und unterschiedlichen Veranstaltungen schauen sie einmal unter “Sonderausstellung” und “Veranstaltungen” nach.
Einen ausführlichen Überblick zu unseren Veröffentlichungen bekommen sie unter “Publikationen”. Sie können jedes Buch bei uns in der Gedenkstätte erwerben. Entweder vor Ort oder Sie senden eine Bestellung via Mail an unsere Kollegin Frau Plavcic unter

Anfragen zu Führungen und Workshops für Jugendliche und Erwachsene richten Sie bitte direkt an die Kolleg:innen unter „Bildungsangebote“
Gruppen können unser Haus nur mit Anmeldung besuchen!

MAHN- UND GEDENKSTÄTTE DÜSSELDORF
Adresse Mühlenstraße 29
40213 Düsseldorf
Öffnungszeiten Dienstag bis Freitag, Sonntag: 11:00 bis 17:00 Uhr
Samstag: 13:00 bis 17:00 Uhr



Der aktuelle Newsletter ist da!

September und Oktober 2026 Sie wollen immer sofort Bescheid wissen? Dann abonnieren Sie unseren Newsletter gerne unter "Newsletter Anmeldung" oben links

LIEBE MUG-COMMUNITY,

unsere Sonderausstellung über „queeres Leben in der NS-Zeit“ wurde am Montag abgebaut. Fast zehn Monate lang hat diese Ausstellung ein Thema präsentiert, dass immer noch vielfach unbekannt war und mit dem wir in der Stadtgesellschaft in dieser Zeit wichtige Impulse setzen konnten: Unzählige Begegnungen, Gespräche, Nachfragen, Erinnerungen und ein riesiges Interesse haben uns in diesen Monaten begleitet, in keiner anderen deutschen Stadt hatte die Wanderausstellung der Bundesstiftung Magnus Hirschfeld eine derart lange Laufzeit. Eine zunehmende Homo- und Transfeindlichkeit sowie der schreckliche islamistische Terrorangriff auf den Berliner CSD haben uns allen vor Augen geführt, wie aktuell und auch notwendig diese Geschichte ist – und dass Geschichte manchmal auch Gegenwart zugleich ist.
Der nun beginnende Herbst bietet Ihnen neue Themen, neue Perspektiven und neue Formate – und jede Menge spannende Veranstaltungen, über die Sie dieser Newsletter informiert.
Unser Förderkreis ruft für den 7. Oktober zu einer großen Kundgebung gegen alle Formen des Antisemitismus auf. Sie alle sind herzlich eingeladen, an diesem Abend vor dem Düsseldorfer Rathaus Flagge zu zeigen gegen den ebenfalls überall zunehmenden Judenhass.

Ab dem 3. November zeigen wir unsere neue Sonderausstellung, deren Thema uns bis zum Sommer 2027 begleiten wird: Düsseldorf im dritten Kriegsjahr, 1941 als das Jahr der dramatischen Eskalation nationalsozialistischer Verfolgungspolitik und als Beginn des Holocaust. Schon wenige Tage nach der Eröffnung wird es erste Führungen durch die Kurator:innen geben, im Frühjahr 2027 startet dann eine begleitende Vortragsreihe in unserem Beatrice-Strauss-Zentrum.

Sie sehen: Es gibt viele Möglichkeiten zur aktiven Auseinandersetzung mit unserer Stadtgeschichte – und viele Zugänge zu unserer Gegenwart.

Über Ihre Besuche freuen wir uns,
herzlich,

Ihr
Dr. Bastian Fleermann


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Düsseldorf 1941. Jahr der Eskalation

Die neue Sonderausstellung in der Mahn- und Gedenkstätte Düsseldorf ab Herbst 2026

Wieso hingen die Morde an psychisch Kranken und der Beginn des Holocaust im Jahre 1941 voneinander ab? Wie sah die Verschärfung der nationalsozialistischen Verfolgungspolitik in Düsseldorf in diesem Jahr konkret aus? Warum begann im Oktober die Deportation der jüdischen Bevölkerung? Wie zeigte sich der Krieg, der im Sommer in den Osten Europas getragen worden war, im Winter in der Stadt?
Diesen Fragen geht die Ausstellung nach. Sie zeigt eine grenzenlose Eskalation der Gewalt und eine dramatische Zuspitzung aufgrund der Kriegslage. Und sie dokumentiert Zusammenhänge und Widersprüche des dritten Kriegsjahres 1941.
Die Besetzung des Balkans und Griechenlands (April), der Angriff auf die Sowjetunion (Juni) und der Eintritt der USA in den Krieg (Dezember) waren einschneidende Ereignisse des Jahres. Die Entscheidung der NS-Führung für die Ermordung der europäischen Jüdinnen und Juden war eng mit diesem Kriegsverlauf verknüpft. Der Krieg schuf die Bedingungen für den Völkermord. Es entfaltete sich eine Dynamik des Tötens. Und Düsseldorf war Teil dieses Geschehens.
Die Imagination einer geschlossenen „Volksgemeinschaft“ wurde aufrechterhalten – während in der Stadt die Massenverbrechen ihren Ausgang nahmen. Das Jahr 1941 war eine Wegmarke von der gespielten Normalität des „Dritten Reiches“ in den Abgrund der Katastrophe.

Die Ausstellung wurde kuratiert von Dr. Bastian Fleermann, Dr. Frederike Krenz und Hildegard Jakobs.
Eine Ausstellung der Mahn- und Gedenkstätte Düsseldorf.

Unser Außenprogramm 2026 da!

Überblick über unsere Angebote April bis Oktober 2026

LIEBE LESER:INNEN UND FREUND:INNEN DER GEDENKSTÄTTE,

Zahlreiche Mahnmale, Denkmäler, Tafeln oder Stelen erinnern in Düsseldorf seit 1945 an Opfer der nationalsozialistischen Verfolgung. Unterschiedliche Akteur:innen aus Politik und Kultur, Wissenschaft und Brauchtum haben sich für die Aufstellung dieser Gedenkzeichen engagiert.
Aber wie bekannt sind den Düsseldorfer:innen diese Orte oder die Lebensgeschichten der Menschen dahinter? Und was sehen wir eigentlich nicht? Nicht an alle Menschen oder Ereignisse wird sichtbar im öffentlichen Raum erinnert. Andere Orte wiederum sind konkrete Überreste aus dem nationalsozialistischen Deutschland und dienen als Ausflugsziele an den Wochenenden.

Die Historikerinnen Frederike Krenz und Astrid Hirsch-von Borries sind beide begeisterte Stadtspaziergängerinnen und versuchen immer wieder Besucher:innen zu animieren, den Blick in der eigenen Stadt einmal nach oben und unten schweifen zu lassen. Es gibt so viel zu sehen, wenn man weiß wohin der Blick gerichtet sein muss.

Mit unserem neuen Außenprogramm „DAS WAR HIER!“ laden Frederike Krenz und Astrid Hirsch-von Borries Sie ein, in festes Schuhwerk zu schlüpfen und Düsseldorf einmal anders zu betrachten. Hierzu werden unsere beiden wissenschaftlichen Mitarbeiterinnen von Gäst:innen begleitet, die eine zusätzliche Perspektive in die Spaziergänge bringen. Mit dabei sind unter anderem Sascha Förster (Theatermuseum Düsseldorf), Christiane Pflug-Schimmel und Stella Hoppmann (Bezirksregierung Düsseldorf) oder Christoph Westermeier (Künstlerverein Malkasten).

Die Teilnahme an allen Spaziergängen ist kostenlos. Wir bitten um telefonische Anmeldung unter 0211 – 89 96205 oder via Mail an .


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Begleitprogramm zur Sonderausstellung

Begleitprogramm zur Sonderausstellung "gefährdet leben. Queere Menschen 1933 bis 1945" und "Queeres Düsseldorf. Von den Goldenen Zwanzigern bis 1945" Führungen | Vorträge | Lesungen | Gedenkveranstaltungen

Die vielfältigen Lebensgeschichten queerer Menschen in der Zeit von 1933 bis 1945 werden in der Ausstellung anhand von Dokumenten, Grafiken, Fotografien und Zitaten nachgezeichnet. Darunter ist auch bislang unveröffentlichtes Material. Die Ausstellung bietet sowohl einen breiten Überblick als auch tiefergehende Einblicke in die Biografien der Menschen.
Es wird deutlich, wie das Leben vieler queerer Menschen gebrochen und zerstört wurde. Erzählt wird unter Einbeziehung aktueller Forschungsergebnisse nicht nur die Verfolgungsgeschichte, sondern auch Wege der Selbstbehauptung in einer widrigen Lebensrealität bis in die Nachkriegszeit.

Über QR-Codes ist die Ausstellung in englischer Sprache verfügbar. Zusätzlich wurden alle Texte von Dr. Frederike Krenz (Mahn- und Gedenkstätte Düsseldorf/Inklusion) in Einfache Sprache übertragen. Der Reader dazu kann an der Aufsicht ausgeliehen werden.

Die Wanderausstellung der Bundestiftung Magnus Hirschfeld wurde in Düsseldorf um die Schau „Queeres Leben in Düsseldorf. Von den Goldenen Zwanzigern bis 1945“ erweitert. Emanzipation, Bürgerrechtsbewegung und die Entwicklung einer lokalen Szene fanden nicht nur in Berlin statt. Auch in Düsseldorf, der modernen Großstadt am Rhein, fasste der „Freundschaftsbund“ Fuß, Lokale etablierten sich und Zeitschriften wie „Die Freundin“ oder „Der Freund“ waren am Zeitschriftenstand zugänglich. Der „Tosca-Palast“ war in aller Munde, und liberaler Rückenwind kam auf.
Mit der Machtübernahme der Nationalsozialisten im Januar 1933 endete diese Entwicklung schlagartig. Die Presse wurde verboten und an Tanzabende sowie Treffen in der Öffentlichkeit war nicht mehr zu denken. Die Queere Community wurde gedemütigt, verfolgt und gezwungen, sich zu verstecken.
Am 28. Juni 1935 wurde die Verschärfung des Paragrafen 175 auf den Weg gebracht. Ab September 1935 wurden nicht nur so genannte „beischlafähnliche Handlungen“, sondern allgemein „homosexuelle Handlungen“ kriminalisiert. In einigen Fällen sollten für eine Verurteilung sogar ein flüchtiger Blickaustausch oder ein kurzes Gespräch ausreichen. Im Sommer 1937 verdichtete sich der Terror: Am 28. Juni begannen mit der Festnahme von Karl Carduck und seinen Freunden die Massenverhaftungen vermeintlich homosexueller Männer in Düsseldorf.
Kriminalpolizei, Gestapo und Strafjustiz arbeiteten dabei vernetzt: Allein die Gestapo verhaftete in Düsseldorf etwa 400 Männer wegen „homosexueller Handlungen“. Damit war Düsseldorf die Stadt mit den meisten Festnahmen nach Paragraf 175 in ganz Westdeutschland.

Der Düsseldorfer Teil wurde kuratiert von Astrid Hirsch-von Borries M.A. (Mahn- und Gedenkstätte Düsseldorf).

Eingerahmt wird die Schau von der Installation „Zwang und Zeichen“ (#zwangundzeichen) der Installationskünstlerin und Bühnenbildnerin Saskia Holte.


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Es ist uns ernst: Gegen jeden Antisemitismus

Der Vorstand des „Förderkreises der Mahn- und Gedenkstätte Düsseldorf e.V.“ wird am Mittwoch, den 7. Oktober 2026, um 18:00 Uhr, auf dem Marktplatz vor dem Düsseldorfer Rathaus eine Kundgebung abhalten. Anlass ist (am Jahrestag des schrecklichen terroristischen Angriffs der Hamas auf Israel am 7. Oktober 2023) der in Europa und Deutschland seitdem immer stärker werdende Antisemitismus. Gegen jedweden Judenhass und gegen die Tatsache, dass jüdische Menschen inmitten unserer Stadt nicht mehr angstfrei leben, richtet sich unser friedlicher Protest. Auf einer breiten bürgerschaftlichen und parteiübergreifenden Basis möchte der Vorstand ein klares Zeichen gegen Antisemitismus setzen und sich deutlich positionieren. Jede Form des Judenhasses ist abzulehnen. Wir setzen uns für Demokratie und Menschenrechte ein. Die Kundgebung läuft unter dem Motto „Es ist uns ernst: Gegen jeden Antisemitismus.“
Wir freuen uns darüber, dass Oberbürgermeister Dr. Stephan Keller die Schirmherrschaft übernommen hat.
Alle Bürgerinnen und Bürger sind herzlich eingeladen.

Der Oberbürgermeister und die stellvertretende Ministerpräsidentin von Nordrhein-Westfalen Mona Neubaur sowie die Aktivistin Rivkah Young, Vorsitzende von DUS4JEWS e.V., haben ihre Teilnahme zugesagt und werden sprechen. Henrike Tetz (Vorsitzende des Förderkreises der Mahn- und Gedenkstätte Düsseldorf e.V.) wird begrüßen, Michael Szentei-Heise (Beisitzer im Vorstand des Förderkreises der Mahn- und Gedenkstätte Düsseldorf e.V.) wird ein Schlusswort sprechen.

Eine große Reihe an Düsseldorfer Verbänden und Vereinen hat zugesagt, bei der Veranstaltung zu kooperieren, darunter unter anderem das Amt für Gleichstellung und Antidiskriminierung, das ASG Bildungsforum und die AWO Düsseldorf, die Bezirksregierung Düsseldorf, beide christlichen Kirchen und der Kreis Düsseldorfer Muslime (KDDM), der Düsseldorfer Appell, die Düsseldorfer Jonges, der Verein Gegen Vergessen – für Demokratie e.V. Arbeitsgruppe Düsseldorf, die Gesellschaft für christlich-jüdische Zusammenarbeit, die Ratsfraktionen von CDU, FDP, Grüne/B90 und SPD/Volt, das Netzwerk Respekt und Mut, die Stiftung Gerhart-Hauptmann-Haus oder die Tonhalle. Insgesamt haben rund 40 Partnerinstitutionen zugesagt.

Die Jüdische Gemeinde wird als befreundete Institution präsent sein. Sie ist – ganz bewusst – nicht Mitveranstalterin. „Es ist nicht die Aufgabe Jüdischer Gemeinden, zu einer Kundgebung gegen Antisemitismus aufzurufen. Das ist primär Aufgabe der Mehrheitsgesellschaft. Und diese Aufgabe nehmen wir sehr ernst. Die Freundinnen und Freunde aus der Gemeinde sind uns an diesem Abend sehr herzlich willkommen“, so Vorsitzende Henrike Tetz. „Wir werden sie bei dem Kampf gegen Judenhass nicht alleine lassen.“

Kooperations:partnerinnen:

AGD Düsseldorf
Amt für Gleichstellung und Antidiskriminierung der Landeshauptstadt Düsseldorf
ASG Bildungsforum
AWO Düsseldorf
Bezirksregierung Düsseldorf
Büro des Antisemitismusbeauftragten
Deutsche Oper am Rhein
Deutsch-Israelische Gesellschaft Düsseldorf
DGB Region Düsseldorf/Bergisch Land
DUS4Jews e.V.
Düsseldorfer Appell
Düsseldorfer Geschichtsverein
Düsseldorfer Jonges
Erinnerungsort Alter Schlachthof (HSD)
Evangelische Kirche Düsseldorf
FORENA (HSD)
Forum LSBTIQ+
Frauenberatungsstelle Düsseldorf
Gegen Vergessen – für Demokratie e.V. Arbeitsgruppe Düsseldorf
Gesellschaft für christlich-jüdische Zusammenarbeit Düsseldorf
Haus der Kulturen
Heinrich-Heine-Institut
Jugendring Düsseldorf
Katholische Kirche Düsseldorf
Kreis Düsseldorfer Muslime (KDDM)
Literaturbüro NRW
Ratsfraktion CDU
Ratsfraktion FDP
Ratsfraktion Grüne/B90
Ratsfraktion SPD/Volt
Respekt und Mut
RIAS NRW
St. Sebastianus Schützenverein Düsseldorf 1316 e.V.
Stadtbüchereien
Stadtmuseum Landeshauptstadt Düsseldorf
Stiftung Gerhart-Hauptmann-Haus
Theatermuseum Landeshauptstadt Düsseldorf
Tonhalle Düsseldorf